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Theter - vergessener Piesbacher Ort

von Dieter Lorig

Nach 1700 zerfiel Theter, einstige Wohnsiedlung auf Piesbacher Bann, und geriet in Vergessenheit

Das im unteren Primstal gelegene beschauliche Dorf Piesbach ist aus drei Wohnsiedlungen entstanden.1858 schlossen sich die bis dahin eigenständigen Dörfer Piesbach und Bettstadt aus steuer- und abgabentechnischen Gründen zur Gemeinde Piesbach-Bettstadt zusammen. Unter dem Druck der Nationalsozialisten wurde Piesbach-Bettstadt im Jahr 1937 in Piesbach umbenannt. Was jedoch vielen Einheimischen in heutiger Zeit nicht bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, dass es bis um 1700 auf dem heutigen Piesbacher Bann eine weitere Wohnsiedlung gab.

Nach Recherchen des Körpricher Heimatforschers Georg Colesie hieß dieser Ortsteil Theter. Theter soll sich oberhalb der Piesbacher Kirche zwischen dem Ortsteil Bettstadt und Piesbach befunden haben. Noch heute erinnert der alte Flurnamen "Auf dem Schank" an die längst vergessene Wohnsiedlung.
Der Flurname "Schank" rührt laut Aussage von Colesie aus dem Wort "Schenkung". In der Tat wurde Theter im Laufe seiner Geschichte zweimal verschenkt. Der Körpricher Heimatforscher fand Nachweise darüber, dass Theter bereits um 1327 existiert haben muss. Laut Colesie soll der Vogt im Nalbacher Tal, Nikolaus von Kastel und seine Gattin Margarete, dem Trierer Stift St. Simeon das Dorf Theter im Jahr 1393 geschenkt haben.
Um die Vogtgattin Margarete, im Volksmund auch bekannt als "Margarete vom Litermont", kursieren im unteren Primstal noch heute sagenumwobene Erzählungen.

Blick auf Piesbach im Jahr 1972....Theter soll rechts oberhalb der Kirche gelegen haben...

Colesie fand heraus, dass Theter in der Zeit von 1514 bis 1522 aus vier Häusern bestand, von denen eines bereits verfallen war. Mit Nachweisen aus dem Nalbacher Kirchenarchiv konnte Colesie belegen, dass Theter im Jahr 1701 erneut verschenkt worden ist, und zwar vom Trierer Stift St. Simeon an die Nalbacher Kirchengemeinde. Die Schenkung musste der damalige Nalbacher Pastor Coenen mehrmals an Sonntagen in der Kirche verkünden und die Schenkunsurkunde an der Kirchentür aushängen.

Das Dorf Theter dürfte zu diesem Zeitpunkt jedoch schon ziemlich verfallen und unbewohnt gewesen sein. Die Gründe hierfür sind nicht überliefert. Vermutlich gab es in dem engen Raum zwischen Piesbach und Bettstadt keine guten Entwicklungsmöglichkeiten für die Bewohner von Theter.
Es gibt schriftliche Belege darüber, dass der Verfall von Theter schon nach 1522 begonnen haben könnte. Zu diesem Zeitpunkt trug der Siedlungsraum bereits die Bezeichnung "Theter auf dem Schank". Wie bereits erwähnt, bedeutet das Wort "Schank" in diesem Fall "Geschenk".

Nach 1701 verlieren sich dann Spuren über den einstigen Ort Theter. Im Nalbacher Sterberegister wurde noch am 10. Oktober 1701 der Tod eines Johann Jakob Wambach, Sohn des heimatlosen Wendalinus Wambach in Theter, registriert.
Im 20. Jahrhundert dehnte sich der Piesbacher Siedlungsraum mit der "stillen" nicht unumstrittenen Erschließung des an den östlichen Ausläufern des Litermontes gelegenen Wohngebietes "Wochenend" weiter aus. Mit der Erschließung des Dörnerweges ist in jüngster Zeit auch am westlichen Ortsrand von Piesbach ein neues Wohnviertel enstanden.
Über das verfallene Dorf Theter spricht heute kaum noch jemand....


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copyright © 2007 Dieter R. Lorig