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Auf Flüchtlingsrouten kreuzen in der Ägäis

Wie gefährlich ist jetzt Segeln im Mittelmeer entlang der griechisch-türkischen Grenze?

Ein Erfahrungsbericht von Dieter Lorig

Segelhafen auf der Insel Kos

Insel Kos/Nisyros/Astypálea/Kalymnos. Als wahres Segler-Paradies gilt das Mittelmeer im Bereich der südlichen Sporaden, unweit der griechisch-türkischen Grenze. Gerade im Sommer und frühen Herbst schätzen Segler das permanent schöne Wetter, die angenehmen Wassertemperaturen und den guten Wind, ideal für ein „Insel-Hopping“ zwischen Kos – Nisyros – Astypálea und Kalymnos. Auch viele Urlauber zieht es in diese paradiesisch anmutende Mittelmeerregion. Jedoch wegen der seit Monaten schlechten News aus der Region sind Segler und Urlauber zunehmend verunsichert. Immer mehr Flüchtlinge kommen unter anderem aus Syrien und dem Irak über die Balkanroute nach Europa. Deren Weg führt auch vom türkischen Festland bei Bodrum übers Meer nach Kos oder zu anderen nahegelegenen griechischen Inseln, wie beispielsweise Kalymnos. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass Flüchtlinge in überfüllten Schlauchbooten zwischen der Insel Kos und der türkischen Halbinsel westlich von Bodrum im Meer ertrinken.

Cruisen an der griechisch/türkischen Grenze

Urlauber und Segler kaum beeinträchtigt von Flüchtlingssituation!

Zunehmend gibt es in Deutschland Gerüchte, wie gefährlich oder zumindest unangenehm die Situation für Segler oder Urlauber auf der Insel Kos sein soll. Anfang September 2015 war ich gemeinsam mit drei Mitseglern sieben Tage lang auf einem Törn in den Gewässern um Kos. Fazit: Urlauber und Segler werden durch die anhaltenden Flüchlingsströme kaum beeinträchtigt! Lediglich im Stadtzentrum von Kos und entlang der dortigen Uferpromenade bekommen Touristen etwas vom schlimmen Schicksal und großen Leid der Flüchtlinge mit.

Flüchtlinge warten auf Kos in Zelten auf ihre Registrierung Flüchtlinge sind am Strand von Kos in Zelten untergebracht

Es sind überwiegend aus Syrien und dem Irak geflohene Menschen, die in Kos Stadt auf ihre Registrierung durch griechische Behörden warten. Da es offensichtlich nicht genügend Unterbringungskapazitäten auf der Insel gibt und die Registrierung Tage dauert, müssen viele Flüchtlinge im Freien unter einfachen Plastikplanen übernachten. Andere haben kleine Campingzelte am Strand der Insel Kos aufgebaut und warten darauf, ihre Flucht Richtung Mitteleuropa fortsetzen zu können. Auch das abgesperrte Gelände rund um das Polizeipräsidium von Kos ist voll mit provisorisch aufgebauten Zelten, in denen Flüchtlinge notdürftig untergebracht sind.

Urlauber und Flüchtlinge auf Kos: Kontrast, wie er nicht stärker sein könnte!

Nur wenige Meter davon entfernt „tobt“ das übliche Touristenleben. Was mögen die leidgeprüften Flüchtlinge denken, wenn sie tagtäglich Touristen aus der ganzen Welt direkt vor ihren Augen haben, die mit prall gefüllten Geldbeuteln die angrenzenden Restaurants „erstürmen“? Ein Blick in die vielen verbitterten Gesichter der Flüchtlinge sagt alles! Die meisten Touristen gehen achtlos an den provisorischen Lagern dieser Menschen vorbei.

Abfall am Strand von Kos Strandlokal auf der Insel Kos mit Blick auf  türkisches Festland

Am Strand liegen teils durchnässte Kleider, viele leere Plastikflaschen, Reste von Lebensmittelverpackungen und Schwimmwesten. Zu sehen sind auch einzelne Schlauchboote, in denen sich kaum noch Luft befindet. All dies sind Spuren einer geglückten Flucht unter lebensgefährlichen Bedingungen über das ägäische Meer, das zwischen Kos und der Türkei nur etwa fünf Kilometer breit ist. Fast ausnahmslos in der Nacht, meist kurz vor Sonnenaufgang, wagen die Flüchtlinge die riskante Überfahrt in den überfüllten Booten.

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copyright © Dieter Lorig - September 2015