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   Pfarrkirche Herz-Jesu Bilsdorf

Katholisches Gotteshaus mit junger und bewegter Geschichte

Bilsdorf. Sie ist ein echtes "Eigengewächs" der Bevölkerung des kleinen Primstalortes Bilsdorf. Im September 1949 platzierten die Bilsdorfer den Grundstein für ihre Kirche, nachdem sie zuvor bereits ein Pfarrhaus und die Sakristei selbst gebaut hatten. Mit eigener Kraft, eigenem Material und Geld halfen die Bürger drei Jahre lang beim Kirchneubau. Im Juni 1951 konnte Prälat Carl Kammer, der Dillinger Dechant Michael Held gemeinsam mit dem Bilsdorfer Vikar Karl Weller das neue Gotteshaus am Standort einer baufällig und zu klein gewordenen Kapelle einsegnen. Die Freude der Bevölkerung aber auch der zahlreich anwesenden Politprominenz über das neue Bilsdorfer Gotteshaus war bei dessen Einsegnung riesig. Und es gab noch einen Grund für die Bilsdorfer, sich besonders zu freuen. Der damalige saarländische Innenminister Hector brachte zur Einsegnung der Kirche neben der Zusage eines finanziellen Zuschusses eine weitere frohe Botschaft aus Saarbrücken mit. Er verkündete, dass Bilsdorf seine Selbstständigkeit als Zivilgemeinde wieder zurückerlangen werde. Die benachbarten Dörfer Bilsdorf und Körprich waren von den Nazis "zwangsvereinigt" worden.Dies führte 15 Jahre lang immer wieder zu kontroversen Diskussionen vor allem in Bilsdorf, das während dieser Zeit "Körprich 2" hieß.

.....Katholisch Pfarrkirche Herz-Jesu Bilsdorf im Sommer 2009 .......Kirche mit vielen Ansichten....

Die Bauplanung und -überwachung für den Bilsdorfer Kirchbau lagen in Händen des Regierungsbaurates Heinrich Latz sowie Architekten Toni Laub. Auf etwa 14 Mio. französische Franken waren die Baukosten veranschlagt. Die Fundamentarbeiten besorgte die Dillinger Firma Witt. Benötigten Sand, Kies und Steine karrten die Bilsdorfer teilweise aus der Prims und von Privatgrundstücken mit eigenen Fuhrwerken herbei. Das Holz kam aus dem Bilsdorfer Gemeindewald.

Die Bilsdorfer Pfarrkirche ist im Innern sehr zweckmäßig in einfachem Stil gestaltet. Holz dominiert vom Chorraum über das Hauptschiff bis hin zur Empore. Insbesondere die wuchtigen Holzportale und die Empore dokumentieren das besondere handwerkliche Können der damaligen Kirchenbauer.

..Blick von der Empore auf den Altarraum mit Kreuzigungsgruppe......Blick vom Altarraum auf das Hauptschiff und die Empore...

Auffällig ist die Konstruktion der Innendecken. Durch die geschickte Anordnung miteinander verbundener massiver Vierkantbalken wird die Deckenkonstruktion verstärkt. Optisch implizieren die balkenverbindenen überdimensionalen Kreuzschrauben eine Stilverwandtheit zur Kreuzigungsgruppe an der Frontwand des Altarraumes. Aus Lindenholz geschnitzt, bannt die Kreuzigungsgruppe in Maria-Laacher Darstellungsweise den Blick der Gläubigen.

...Taufbecken in der Sakristei.......Herz-Jesu Statue, gedrechselt von Professor Adelardt aus Hallein......Bausatzorgel auf der Empore....

In der jüngsten Geschichte der Bilsdorfer Kirche gab es 2007/2008 überregionale Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem inzwischen gestoppten Steinkohlabbau in der Primsmulde. Der großflächige Kohleabbau in der Nähe von Bilsdorf verursachte wiederkehrende starke Erdbeben. Dies führte zu massiven Protesten betroffener Bürger in der gesamten Region. Immer wieder montags demonstrierten teilweise mehr als 1000 Menschen vor der Bilsdorfer Kirche gegen den Bergbau und dessen negative Auswirkungen auf Anwohner und deren Gebäude.
Weitere Infos und Fotos über die Montagsdemonstrationen in Bilsdorf:
Hier klicken

Seit Februar 2008 - nach der Einstellung des Kohleabbaus in der Primsmulde - hat Bilsdorf wieder seinen "Frieden" gefunden. Im September 2009 feierte die Pfarrgemeinde Herz-Jesu Bilsdorf den 60. Jahrestag der Grundsteinlegung. Das Motto des gutbesuchten Festes lautete:"Ein Stein der viel bewegt!"

....es ist wieder Frieden eingekehrt um Herz-Jesu Bilsdorf.... ...Grundstein aus dem Jahr 1949 u Elisbathenstatue von Nikolaus Dell....

Hinweis: Am 26/27. September 2009 ist ein vergleichbarer Artikel von mir über den Kirchbau in Bilsdorf landesweit in der SAARBRÜCKER ZEITUNG unter "SZ-Extra-Momente" erschienen (alle Rechte vorbehalten!)

copyright © -2009- Dieter R Lorig

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