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Bilsdorf - gestern und heute

von Dieter Lorig

Der kleine saarländische Ort kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken

25 Kilometer nordwestlich von der saarländischen Hauptstadt Saarbrücken entfernt liegt in einem idyllischen Flusstal der Prims das heute 1250 Einwohner zählende Dorf Bilsdorf. Erstmals erwähnt wurde Bilsdorf im 10. Jahrhundert in einer bischöflichen Urkunde als kleine Bauernsiedlung. Georg Colesie, ein verstorbener Heimatforscher aus dem benachbarten Körprich, geht in seinen historischen Nachforschungen davon aus, dass der damalige Gründer dem Ort seinen Namen gab. Aus "Bullingestorf" entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg "Bulstroff", später Biltzdorf". "Waschechte" Bildorfer nennen ihren Ort in der heutigen Umgangssprache "Belschdroff".

Bilsdorf war von jeher eng mit der an der unteren Prims gelegenen Gesamtgemeinde "Nalbacher Tal" verbunden. Für viel Verdruss sorgten 1937 die Nationalsozialisten als sie die beiden Nachbargemeinden Körprich und Bilsdorf kurzerhand "zwangsvereinigten". Bilsdorf hieß ab diesem Zeitpunkt offiziell "Körprich 2".
Dieser unkluge politische Verwaltungsakt führte über Jahre hinweg immer wieder zu Spannungen und Streitigkeiten mit den Körprichern Ortsnachbarn. Erst 1951 wurde Bilsdorf auf Drängen seiner Ratsmitglieder wieder selbstständig.
Auch über die Lage und den Namen der gemeinsamen Bahnstation konnten sich die Körpricher und Bilsdorfer lange Zeit nicht einigen. Da die Eisenbahngesellschaft für beide Orte nur eine Haltestelle zugestand und die Körpricher diese für sich beanspruchten, kam ein kurioser Kompromiss zustande: Der auf Körpricher Gebiet gelegene Bahnhof erhielt den Namen "Bilsdorf"! Erst 1935 wurde die Eisenbahnstation in "Bahnhof Körprich" umbenannt.

Von den einstigen Spannungen zwischen Bilsdorfern und Körprichern ist heute nichts mehr zu spüren. Sowohl die Vereinsarbeit als auch die Arbeit kirchlicher Gremien sind geprägt von beiderseitiger Unterstützung und Kooperation auf vielen Ebenen. So wurde 2012 die Fussballspielgemeinschaft Körprich-Bilsdorf Meister in der Bezirksliga und stieg in die Landesliga auf.
Anfang 2012 hatten die beiden Ortsvorsteher von Bilsdorf und Körprich die Idee, ein gemeinsames Fest am Tücherbach, der historischen Grenze beider Orte, ein gemeinsames Fest ("Grenzlandfest") zu veranstalten. Eine grandiose Idee und ein voller Erfolg, wie sich bei strahlendem Frühlingswetter Ende April 2012 herausstellte!

Kooperationen gab es aber auch schon in früheren Zeiten im schulischen Bereich. Wechselweise wurden damals gemeinsame Schulklassen, mal in Bilsdorf mal in Körprich eingerichtet. Im Jahr 1859 wurde in Bilsdorf das erste Schulhaus fertig gestellt. 1924 folgte der Bau eines großen Schulgebäudes, das nach mehreren Umbauten bis 1976 als Grundschule fungierte. Die damals frei gewordenen Schulsäle wurden 1978 in den Gebäudekomplex der Steinberghalle integriert. Heute ist diese Mehrzweckhalle nebst Zusatzgebäude das von vielen Dorfvereinen genutzte "kulturelle Zentrum" von Bilsdorf.
Elektrizität gibt es in Bilsdorf erst seit kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Zuvor mussten erhebliche Bedenken vieler Bürger gegen die neue Technik ausgeräumt werden. Ähnlich war es bei der Einführung einer zentralen Trinkwasserversorgung. Nach lebhaften Diskussionen wurde erst im Jahr 1925 die erste zentrale Trinkwasserversorgung im Ort in Betrieb genommen.

In den beiden Weltkriegen mussten insgesamt 46 junge Bilsdorfer Männer ihr Leben für das Vaterland opfern. Zudem blieben sieben Bilsdorfer Männer vermisst. Sowohl die Namen der Gefallenen als auch im Krieg vermissten Bilsdorfer sind auf einem Ehrenmal auf dem Friedhof dokumentiert.

Meilensteine in der Bilsdorfer Geschichte sind nachfolgend aufgeführte Bauprojekte: Bau einer Kapelle (1891), Neubau einer Schule (1924), Neubau einer Kirche (1949-51), Bau eines Feuerwehrgerätehauses (1958) und eines Kindergartens (1961) - der seit 2006 wieder geschlossen ist - sowie Bau einer Mehrzweckhalle (1978).

Seit 1974 gehört Bilsdorf als kleinster Ortsteil zur
Großgemeinde Nalbach. Aus dem einst bäuerlich geprägten Ort, in dem früher viele Berg- und Hüttenleute wohnten, ist heute ein schmucker Wohnort im Grünen mit hohem Freizeitwert und guter Verkehresanbindung geworden. Es gibt heute nur noch einen einzigen großen Bauernbetrieb im Ort.
Die meisten Bewohner von Bilsdorf arbeiten in umliegenden Industrie-, Handels- und Wirtschaftsbetrieben sowie bei Banken, Sparkassen und Behörden. Die größten Arbeitgeber in der näheren Umgebung sind die Saarlouiser Ford-Automobilwerke und Dillinger Hütte.

Übrigens, es gibt in Europa noch einen Ort, der Bilsdorf heißt, und zwar in Luxemburg! >>hier anklicken...

Natürlich haben oder hatten die Bilsdorfer auch Sorgen im Laufe ihrer langen Geschichte. Immer noch ist der Ort wegen unzureichender regionaler Verkehrspolitik starkem Autoverkehr ausgesetzt. Aber auch der Kohlabbau in der Nähe des Ortsrandes, der im Jahr 2008 nach einer starken Erderschütterung eingestellt werden musste, bereitete den Menschen in Bilsdorf viele Sorgen. Näheres >hier anklicken..

Zwischenzeitlich bin ich im Internet durch Zufall auf einen Hinweis gestoßen, dass es im nordhessischen Vogelsbergkreis in der heutigen Großgemeinde Feldatal südwestlich des Ortes Ermenrod in früheren Jahren eine Siedlung mit Namen Bilsdorf gab. In einem historischen Ortslexikon des Bundeslandes Hessen ist die heute nicht mehr existente Siedlung als "Wüstung" aufgeführt. Das dortige Bilsdorf soll bereits im 13. Jahrhundert bestanden haben....

PS: Anfang 2007 hat meine Heimatgemeinde eine neue Broschüre mit Informationen über sämtliche Orte der Großgemeinde Nalbach herausgebracht. Ich staunte nicht schlecht, als ich feststellen musste, dass ein Großteil der Informationen und Fakten über Bilsdorf sowie teilweise gar längere Textpassagen wortgenau meiner Website entnommen wurden...Ich hätte mich einem solchen Vorgehen sicherlich nicht verschlossen, sofern man mich vorab gefragt hätte.....

copyright © Dieter Lorig -2012